Stalker Story

Beschreibung:

Die freien Stalker sind Einzelgänger, die ohne Fraktion sind. Dennoch sind sie öfters in kleineren oder größeren Gruppen anzutreffen. Unter ihnen herrscht selten viel Vertrauen, da ihre Bündnisse untereinander meistens nur von kurzer Dauer und zweckmäßig sind. Viele von ihnen sind Landstreicher, Heimatlose oder Abenteurer die in die Zone gekommen sind um durch das sammeln und den Verkauf von Artefakten reich zu werden. Nur wenige hatten jedoch Erfolg dabei.

Sie bewegen sich frei durch die Zone und haben keine richtige Basis. Die einzige sichere Zuflucht für ist das Rathaus der Wächter. Oft besitzen sie nur einfache Waffen und zum Teil selbst gemachte simple Anzüge.

Viele Fraktionen stehen ihnen neutral gegenüber und nutzen die Stalker, damit sie gegen Bezahlung Aufträge für sie erfüllen. Das Militär sowie die Banditen sind ihnen feindlich gesinnt.

Prolog - Freie Stalker:

Hauptmann Edgar Pike, Pilot MI-24

„Wärmesignatur voraus“ meldet Bordschütze Yuri, und deutet Richtung Zaun, der die Sperrzone um Tschernobyl umgibt.

Pike klappt sein Nachtsichtgerät vom Helm herunter. Die dunkle Umgebung erscheint ihm in einem flimmernden grün. Drei leichtende Silhouetten bewegen sich in mehreren tausend Metern auf die Sperrzone zu. „Bestätige, drei Personen, unbewaffnet!“ Hauptmann Pike korrigiert den Kurs. Mit einem sanften schaukeln steuert die MI-24 auf die Gruppe zu. „Yuri, du kennst die Befehle. Freigabe für alle Waffensysteme“ Der Bordschütze nickt. Mit einem Suchscheinwerfer erfasst er die Gruppe in der Ferne, bevor er seinen Finger am Abzug krümmt…

Danilow Petric, Werkzeugmacher

„Lauf Andrej! LAUF!!!“ Danilow hetzt durch die Lücke, an der kurz zuvor eine ungelenkte Luft-Boden Rakete seine Gefährtin Tatjana samt Zaun in Stücke gerissen hat. Das Entsetzen lässt ihn panisch durch das vom Suchscheinwerfer hell erleuchtete Dickicht hechten. „Dort hinten!“ keucht Andrej, „Eine Höhle!“

Eine Salve 12,7 mm pfeift durch die Luft, Danilow hält den Arm vors Gesicht, um sich vor den Splittern der berstenden Bäume zu schützen. Es folgt eine weitere Salve. Als würde man einer Puppe die Beine wegziehen, geht Andrej zu Boden.

Von der Angst angetrieben, läuft Danilow auf die Höhle zu, es trennen ihn nur noch wenige Meter vom Eingang, als ihn eine Druckwelle erfasst und gegen einen Felsen schleudert…

Als Danilow seine Besinnung wieder findet schmerzt sein Rücken und ein furchtbares Pfeifen im Ohr nimmt ihm das Gleichgewicht. Am Horizont erkennt er die MI-24, die offensichtlich von ihm abgelassen hat. Er taumelt zwischen brennenden Ästen umher, als zwei vermummte Gestalten aus der Dunkelheit treten und mit gezogenen AK 47 auf ihn zuschreiten. Danilow geht auf die Knie und hebt die Hände. „Nicht schießen. Ich suche Nostromus. Könnt ihr mich zu ihm bringen?“ Im nächsten Augenblick sieht Danilow einen Gewehrkolben auf sich zurasen…

Ganya Krylow, in der Zone seit 1.267 Tagen

„Entschuldige die Maßnahme“ munkelt Ganya mit gedämpfter Stimme, während sich der Neue gegenüber am Lagerfeuer eine üble Beule am Kopf hält. „Aber dies war notwendig um unser Versteck geheim zum halten“. Zwischen den Ruinen um das Feuer schleichen vermummte Gestalten mit AK 47 umher und spähen aufmerksam in die Dunkelheit. „Das Militär macht in letzter Zeit vermehrt Jagd auf uns. Hätte Nostromus uns letztes Mal nicht vorgewarnt, wären viele von uns sicher nicht mehr am Leben.“ Eine Gruppe die sich um das Lagerfeuer niedergelassen hat nickt zustimmend.

„Ich habe Nostromus nach dem Vorfall vor einem Jahr in einem Erdloch gefunden. Dehydriert, erinnerungslos, mit zahlreichen Verbrennungen. Er schlief mehrere Tage ohne Unterbrechung durch. Als er erwachte nannte er mich beim Namen und sagte er wisse wo meine Schwester sei. Ich wollte ihm erst nicht glauben, aber er beschrieb ihre Verschleppung aus Prypjat, als wäre er selbst dabei gewesen. Seitdem haben sich immer mehr Menschen auf der Suche nach Abenteuer, Reichtum oder Erlösung den Stalkern angeschlossen. Ich kann nicht sagen, ob er ein Erlöser ist, oder uns den Tod bringt. Ich weiß nur, dass er meinem Leben wieder einen Sinn gegeben hat!“

Nostromus, Anführer der Stalker

<<Du träumst, du stehst auf einem Hügel. Vor dir erstreckt sich eine karge Ödnis. Ein Sonnenstrahl bricht durch die Wolkendecke und erleuchtet inmitten der wirklichkeitsfremden Landschaft eine goldene Pyramide mit einem Auge in der Mitte. Um dich herum stehen zehn vermummte Gefährten, die dich erwartungsvoll anschauen. Du möchtest Ihnen eine Botschaft überbringen, aber kannst nicht sprechen. Die Gefährten werden ungeduldig. Du öffnest deinen Mund, aber kein Ton entweicht deiner Kehle. Deine Gefährten richten ihre Gewehre auf dich. Verzweiflung macht sich breit. Du weißt du kannst Ihnen geben, was sie suchen, aber keiner hört dich. Keiner hilft dir. Du bist allein und weißt, dass du hier sterben wirst. Du wachst mit laut klopfenden Herzen in Schweiß gebadet auf.>>

Nostromus richtet sich auf und verharrt an der Bettkante.

"Mein Herr! Nimm mir meine Zweifel, lasse mich deine Träume entschlüsseln und meine Gefährten sicher zur Erlösung führen. Und sollte das Schlimmste sich ereignen, so gewähre mir Vergebung!"

Nachdem sich sein Herzschlag beruhigt hat, tritt Nostromus aus der Tür. Die Menschen am Lagerfeuer vor dem Gebäude verstummen augenblicklich. Aus den Schatten treten weitere vermummte Gestalten hervor und blicken ihn erwartungsvoll an.

"Meine Freunde, ich werde euch verlassen. Ich plane eine Expedition an einen fremden Ort. Zehn von euch werden mich begleiten. Wer dies sein wird, entscheide ich in den nächsten Tagen..."

Epilog - Freie Stalker:

Die Tür der Stalker Bar schlägt auf und ein nasskalter Wind zieht durch den Raum.
Vincent betritt den Raum, dicht gefolgt von seinen Gefährten Ash, Dave, Victor Ivanov und Youri van Derp.
Nostromus wendet sich der Gruppe zu: „Was habt ihr gefunden?“
Vincent greift in seinen Rucksack und zieht einen Zeitungsfetzen hervor: „Ja, wir haben etwas, es war genau dort verborgen, wo ihr es vorhergesehen habt.“
Nostromus nimmt das Zeitungsstück und bringt es zu Jacek, der eine alte Pappschachtel mit weiteren Papierfetzen auf einem Tisch ausleert. Nostromus beginnt eifrig, die Zeitungsartikel zusammenzufügen. Um den Tisch herum hat sich eine Traube von Stalkern gebildet. Dr. Meinhardt, Professor für Extraterrestrische Wissenschaften und Artefaktjägerin Alice helfen beim Zusammensetzen.
Als das sich das letzte Stück an seinem Platz befindet, wird es still in der Bar. Allmählich wird auch Nostromus seine eigene wahre Identität bewusst, was mit ihm geschehen war, bevor er seine Erinnerung verlor… dass er die Katastrophe vor einem Jahr ausgelöst hatte… dass er dafür verantwortlich war, dass viele Menschen ihr Leben ließen. Unter der Last dieser Bürde bricht er unter Tränen zusammen. Der Gedanke daran, seine treuen Anhänger enttäuscht und ihre Erwartungen nicht erfüllt zu haben ist für ihn nicht zu ertragen.
Mit versteinerten Mienen haben sich die Stalker um ihr herum versammelt. Klaus-Dieter tritt hervor und berührt seine Schulter: „Aber Nostromus du bleibst doch trotzdem unser Chef, oder?“ Auch Richard Alexander und Sitrakian treten hervor und legen ihre Hand auf seine Schulter. „Du hast uns noch nie in Stich gelassen. Es spielt keine Rolle, wer du früher gewesen bist.“ „Ja“ ruft es mehrfach aus der Menge, „wir werden dir weiter folgen!“
Allmählich gewinnt Nostromus die Fassung und richtet sich langsam auf. „So soll es sein, meine Brüder und Schwestern." und wischt sich mit der Hand über das Gesicht. "Dann bereitet euch gut vor, es noch viel zu tun…“